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„Integration durch Sport“
 
Da nach Angaben des Statistischen Bundesamtes 2007 in Deutschland insgesamt 8,6 Millionen Familien mit minderjährigen Kindern im Haushalt gut jede vierte Familie (27 Prozent) einen Migrationshintergrund , also ausländischer Abstammung ist und allein im Kreis Groß-Gerau 2007 der Ausländeranteil bei 5,9 Prozent lag, ist es mit unsere Aufgabe, wie es Wolfgang Glotzbach am Ende der Veranstaltung formulierte, die Vereine auf den Weg zu führen, um mit den Kommunen zusammen zu arbeiten.Frank Eser informierte in seiner Präsentation über Projekte und Fortschritte, die die Sportjugend Hessen in Kooperation mit Vereinen und zum Teil Kommunen vorweisen könne. Als Landeskoordinator des Programms „Integration durch Sport“ bei der Sportjugend Hessen stellten er einige Intergrationsprojekte auf Vereinsebene vor, wie z. B. den Sportverein TGS Jügesheim, welcher für Jugendlichen ohne Schulabschluss die Möglichkeit geschaffen hat, im Verein ein Freiwilliges Soziales Jahr abzuleisten. Im Umfeld des Vereins wird Hilfestellung bei der Suche von Praktikumsstellen und Ausbildungsstellen gegeben. Ein anderes Projekt, erklärte Eser, hat den Schwerpunkt durch die Zusammenarbeit mit unterschiedlichen ethnischen Gruppen ausländischen Kindern und Jugendlichen den Zugang zu den Vereinen zu erleichtern. Sport könne dann integrativ wirken, so Eser, wenn Angehörige unterschiedlicher Nationen zusammen in Vereinen organisiert seien. Ein Problem sei, diese Gruppen überhaupt zu erreichen. Aus diesem Grund fördert die Sportjugend Hessen die Ausbildung von ausländischen Übungsleitern in den Vereinen. „Wichtig ist, dass die Kommunen sich an der Finanzierung solcher Projekte beteiligen, der Sportbund allein kann das nicht übernehmen“, betonte Eser. Der Referent wies darauf hin, dass Sport, vor alllem Vereinssport, Selbstakzeptanz und Belastbarkeit der Jugendlichen sowie den Umgang mit Gleichaltrigen und Erwachsenen fördere. Der Kreis Groß-Gerau sei mit den Integrationsprojekten noch nicht so stark vertreten. Dies solle sich ändern, meinte der Sportkreisvorsitzende Wolfgang Glotzbach. „Die Vereine müssen auf diesem Gebiet sensibilisiert werden und wir brauchen mehr Kommunikation“, resümierte Wolfgang Glotzbach. Thomas Jühe, Bürgermeister von Raunheim, hat den Eindruck, dass einige Vereinsvorstände keine wirkliche Akzeptanz gegenüber Kindern mit Migrationshintergrund zeigen. Deshalb gründeten Ausländer und Menschen mit Migrationshintergrund oft eigene Vereine – was dem Integrationsprozess entgegenwirke. Interessant sei auch, dass im Vorschulalter mehr Mädchen als Jungen in Vereinen aktiv seien, dies sich aber im Grundschulalter umkehre. Insgesamt sei jedoch der Organisationsgrad von ausländischen Kinder und Kindern mit Migrationshintergrund gering. Das Robert-Koch-Institut hat eine Studie zur Gesundheit von Kindern und Jugendlichen in Deutschland herausgebracht, in der Kinder mit niedrigerem Sozialstatus und Migrationshintergrund zwei- bis dreimal seltener Sport treiben als andere Kinder. Die wirkliche Problemgruppe bildet bei den Jugendlichen zwischen elf und 17 Jahren der geringe Anteil an Mädchen. Für ein Viertel spiele Sport überhaupt keine Rolle. Vorstellbar wäre, dass ein Integrationsbeauftragter auf Sportkreisebene die Zusammenarbeit zwischen Vereinen, Kommunen und auch ausländischen Gruppen betreue.
Bilduntertitel: erstes Foto (links)der Referent Frank Eser neben Bürgermeistern des Kreises Groß-Gerau; zweites Foto (im Vordergrund links) der Referent Eser mit einem Blick auf die Präsentation zum Thema "Integration durch Sport"; drittes Foto (von links oberer Bildrand) Petra Scheible - 2. Vorsitzende des Sportkreises neben dem Sportkreisvorsitzenden Wolfgang Glotzbach und Gastgeber Landrat Enno Siehr neben Thomas Will dem Kreisbeigeordneten und Sportdezernent des Kreises Groß-Gerau umrahmt von Bürgermeistern und Vertretern der Kommunen sowie aus Politik und Sport.






 
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